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Life Update

Wow, immer wenn ich die Einträge auf diesem Blog lese, dann bekomme ich eine Gänsehaut. Auch wenn viele davon älter sind, fühlen sie sich so nah an. Ich kann immer noch die Sehnsucht in meinem Herzen spüren, die aus jedem der Posts klingt. Ich spüre den Wunsch dünn zu sein, zarte Handgelenke, schmale Beine, hervorstehende Schlüsselbeinkochen zu haben. Auch wenn ich genau weiß, wie dumm, lächerlich und vor allem gefährliche meine Wünschd sind.

In meinem Leben läuft es sehr gut. Das Studium ist vorbei, es ist erfolgreich zu Ende gegangen und ich habe direkt eine Stelle gefunden, die mir Spaß macht, in einer Firma, die mir gefällt. Ich habe tolle Kollegen und auch mein Privatleben läuft gut. Ich bin seit über drei Jahren mit einem tollen Mann zusammen, der mich versteht und mit all meinen Eigenarten und Problemen umgehen kann, der mich aufbaut.

Und trotzdem spüre ich diese schwarze Leere noch oft. Meist kann der berufliche Stress sie überlagern, verdecken. Aber es gibt sie immer noch, die Tage an denen ich nur weine, mich durch den Alltag Kämpfe. Die Angstattacken in ganz normalen Alltagssituationen. Ich muss kämpfen, damit ich aufstehe, arbeiten gehe und mich der Welt stelle.

Es ist mir wichtig diesen Teil meines Lebens zumindest in meinem beruflichen Umfeld zu verbergen. Ich bin nie gut darin gewesen über Gefühle und all das zu sprechen. Die Basis, die ich mit meinem Partner erreichen konnte, ist das Resultat jahrelanger harter Arbeit, die von vielen Rückschlägen geprägt war. Ich denke, so sehr ich meine Kollegen schätze und sie als Freunde bezeichnen kann, Ihnen mein Seelenleben offen zu legen, wäre unmöglich. Ich habe Angst, dann anders behandelt zu werden. Vielleicht auch ein wenig Angst, dass man mich ausschließt deswegen, auch wenn ich mir sicher bin, dass das nicht passieren würde. Die Angst, die Bedenken, das Overthinking bleibt.

Zur Zeit spielen Essen und Gewicht wieder eine große Rolle für mich. Ich habe meine Gefühle mit Essen kompensiert und dadurch viel zugelegt. Ich bin dadurch sehr unsicher. Die Masse macht mir Angsr. Wiegen macht mir Angsr, wo ich früher mindestens 2x täglich auf die Wasge bin, traue ich mich heute kaum 1x im Monat nachzusehen. Ich fühle das Fett, ich brauche keine Waage.
Auf der Arbeit ist Essen, Gewicht und Diät ein ständiges Thema. Jeder redet davon und verunsichert mich, egal wie gut oder schlecht mein Gefühlsleben an dem Tag gerade ist. Immer wieder sagen Sie mir, wie dünn ich sei. Trotzdem leide ich. Ich bin viel schwerer, massiger und unförmiger als früher. Sie sagen mir, dass ich zu dünn gewesen sein muss, dass man die mehr Kilo nicht sieht. Aber ich fühle sie. Sie tun mir weh. In der Seele. Sie kratzen alte Narben und tiefe Wunden wieder auf.

Ich möchte leicht sein. Ich will zurück.

Gleichzeitig weiß ich, wie krank diese Worte hier sind. Ich weiß, dass mein Gewicht rein logisch noch in Ordnung ist, aber ich fühle es nicht. Mein Recovery Prozess dauert nun bereits über drei Jahre. Immer wieder falle ich zurück. 10 kg rauf, 10 kg runter. Unter der 50 war ich vor zwei Jahren das letzte Mal. Es klingt blöd, aber das wünsche ich mir zurück, egal wie sehr ich weiß, dass es ungesund ist.

Annihilator - Phoenix Rising

Nowhere to go

Manchmal versuche ich an den positiven Dingen des Lebens festzuhalten. Jeden kleinsten Anflug von Glück einzufangen und aufzusaugen. Völlig exzessiv, wie auf Droge klammere ich mich an Kleinigkeiten, spreche mir in Gedanken gut zu, nur um nach kurzer Zeit mit der Realität konfrontiert zu werden. Brutal schlägt sie mir in mein Gesicht und lacht über meine kindliche Naivität. Finsternis greift nach meinem Herz und entzieht mich jeglichem Gefühl. Erst schmerzvoll und dann monoton, werden meine Gedanken stiller und stiller, bis nur noch eine graue Masse bleibt. Ich starre nach draußen, um mich das Leben, doch in mir nur dunkle Nacht. 
Trauer, Angst, Wut - Gefühle, die keinen Platz mehr haben. Ich bin so weit weg von der Gegenwart, so leer. Nicht einmal mehr müde, bin ich. Ich bin einfach Nichts.

What a mess.

Schaufensterpuppen sind grausam. Sie sind so unfassbar dünn und gleichzeitig wohlgeformt, dass es schon abartig ist. Ich fahre mit der Straßenbahn durch die Innenstadt und aus jedem Schaufenster lachen sie mir hämisch zu und das, obwohl keine von ihnen noch ein Gesicht hat. Sie sehen alle gleich aus. Keine Unterschiede. Dünne Beine, flacher Bauch, zarte Arme - verpackt in modischen Stoffen. Manchmal stehe ich minutenlang davor, starre sie an. Einfach so. Die Menschen um mich denken sicher, dass ich die Klamotten begutachten, aber für mich sind sie zweitrangig. Ich sehe diese perfekten Körper und frage mich ob ich sie schön finden sollte, ob man mich damit schön finden würde. Realistisch oder nicht, vollkommen egal. Am meisten faszinieren mich diese Beine. So schmal. So, so schmal. Ich finde dünne Frauen nicht automatisch attraktiv, aber interessant. Ich beneide sie darum. Manchen sieht man an, dass sie nicht gesund sind. Genau diese finde ich besonders interessant. Sie stehen im Supermarkt vor den Regalen, nehmen Packungen heraus, studieren deren Inhalt und stellen sie wieder zurück. Immer, immer wieder. Der Einkaufswagen bleibt leer. Manchmal ein Apfel. Manchmal eine Fertigsuppe. Manchmal nur Wasser. Früher sah mein Einkauf genauso aus. Heute manchmal auch. Es kostet mich immernoch Überwindung Inhaltsangaben nicht zu lesen, einfach Nahrungsmittel in den Wagen legen. Unvorstellbar. Einkaufen ist gleichzeitig anstrengend wie begeisternd. Die Regale sind vollgestopft mit Kalorien, die ich es könnte. Aber eben nur "könnte". Ich laufe durch die Gegend. Lese Verpackungen, stelle sie zurück. Kaufe manchmal gar nichts. Manchmal kaufe ich etwas, nur um es in einer Schublade zu verstauen. Ich horte Lebensmittel, die ich gar nicht esse. Meist Süßigkeiten, Chips. Und Cola Light. Ich bin süchtig nach Cola Light. Man sagt, dass Light Produkte das Gehirn zerstören. Doch was sollen sie noch zerstören? Ich bin zerstört. Alles, was ich da gerade geschrieben habe ist so... kaputt. Einfach kaputt. Aber nicht jeder Tag ist so. Es gibt auch gute Tage. Manchmal Wochen. Zur Zeit eher nicht. Das ist okay. Ich möchte einfach gerade nicht essen. Dafür spaziere ich viel. Luft und Liebe. Und ein bisschen herbstlicher Sonnenschein. Das reicht. Zumindest bis zur Nacht, bis der Magen unbarmherzig knurrt und mich nicht schlafen lässt. Dann setzten die Gedanken ein. Die Angst. Aber nicht am Tag, nein. Es ist noch hell. Es ist noch gut.

Confused

Man darf sich wirklich nicht hinsetzten und seine alten Posts lesen. Fuck, bin ich zerstört. Wie lang geht das eigentlich schon? Und wie lang soll es noch so weitergehen?

I need you to know

Und sie nimmt wieder ab. Jeden Tag ein bisschen mehr. Die immer stärker sichtbar werdenden Knochen verstecke ich unter weiten Pullovern, dabei fühle ich mich als würde ich das Fett verstecken, das nur ich sehen kann. Vor Wochen habe ich angefangen das Essen wieder zu reduzieren. Jeden Tag ein bisschen weniger. Mein Magen hat sich an die Leere gewöhnt. Nur noch selten meldet er sich zu Wort. Ich bin wieder in der Phase angelangt, in der ich mitten in der Nacht aufwache. Magenschmerzen, mein Herz rast. Der Körper rebelliert. Ich habe unbändige Angst, will zum Kühlschrank, ihm geben wonach er verlangt. Aber ich tue es nicht. Nie. Dabei weiß ich ganz genau, wie gefährlich mein Spiel ist. Ich rolle mich zusammen, warte ab, döse irgendwann wieder ein. Träume unruhig. Von Essen. Von der Liebe, viel von der Liebe. Von unverhofften, und trotzdem viel zu schnell verpufften Berührungen. Von federleicht ausgetauschten Küssen, deren Geschmack ich festhalten und nicht vergessen will. Ich träume von mir vor einem riesiegen Spiegel aus Eis. Eiskalt. Ich wache auf, zittere. Ziehe einen Pullover aus dem Schrank, schlüpfe hinein. Wieder ins Bett. Unruhiger Schlaf. Dann wach. Draußen dunkel, in mir dunkel. Langsam sehe ich die Sonne durch die Wolken brechen und über die Häuser empor in den Himmel klettern. Doch in mir bleibt alles schwarz. Einsam. Die Sonne scheint und ich bin allein, mit mir.


I need you to know
I'm not through the night
Some days I'm still fighting to walk towards the light
Normalgewicht.
Ein grausames Wort. Wirklich. Denn ich fühle mich nicht normal. Ich bin mir nicht mal sicher, wie es sich anfühlen soll normal zu sein.

Wunschgewicht.
Diesen Wunsch kann mir niemand erfüllen außer mir selbst, doch wünsche ich mir das wirklich? Bin ich das, oder die Krankheit, die die Zahl auf der Waage sehen möchte?

Traumgewicht.
Ein gutes Wort. Die Zahl meines Traumgewichtes verändert sich mit meinem eigenen Gewicht und zwar proportional nach unten. Ha. Wie lustig. Ich werde es nie erreichen. Niemals. Keine feste Zahl sondern immer ein Minus entfernt vom Erreichbaren.


Ich esse. Ich esse. Ich esse. 
Ich hungere. Ich hungere. Ich hungere. 
Ich fresse. Ich fresse. Ich fresse.
Ich kotze. Ich kotze. Ich kotze. 

Gewicht auf. Gewicht ab. Repeat. Mein Leben ist ungesund. Ich nehme das wahr, ich weiß es. Mir ist das alles bewusst. Aber ich bin so machtlos gegen meine Gedanken. Jeder Tag ist ein Kampf. Jeden Morgen kämpfe ich mit mir selbst. Vielleicht endet dieser Kampf nie. Aber die Hoffnung geb ich nicht auf, nicht heute.

Zuversicht.

Kälte greift nach meinem Herz. Draußen liegt der kühle Hauch des Winters in der Luft.
Ich mag ihn, sehr sogar. Die Luft ist frisch, sie verspricht soviel. Ich laufe ohne Ziel durch diese Stadt, die ich meine Heimat nenne. Ich kenne sie gut. Drei Jahre sind viel Zeit um sich umzusehen. Ich war überall und nirgends unterwegs, in diesem und jenem Bett zu Hause. Habe gegessen, gekotzt, geweint. Repeat. Immer wieder - aber da waren auch gute Zeiten. Da war viel Herz,viel Hoffnung in dieser Stadt. Ein Versuch, ein Lächeln, ein Traum. Nicht jeder Traum ist dazu gedacht sich zu erfüllen. Es tut weh, auch wenn ich es nicht will. Auch wenn ich denke es geht mir gut. Doch es geht vorbei. Irgendwann geht es vorbei. Ich bin mir sicher, alles verheilt.

Nur ein Moment

Mir fehlen die Worte.
Mein Herz klopft. Es klopt so sehr. Ich fürchte es springt aus der Brust.
Da sind diese Augen. Sie wissen es. Sie sehen in dich hinein.
Sie können mit einem Wimpernschlag zu nichte machen, was du dir aufgebaut hast.
Sie werfen dich zurück. Weit weg. Ins Niemandsland.
Ich will stark sein. Mein Mund antwortet. Irgendwas egal.
Ein klägliches Lachen. Gespielt. Aktion erfordert Reaktion.
Nicht aufhören. Sag was, mach was. Lass die Augen nicht gehen.
Zeig ihnen wer der gottverdammte Boss ist.

Ein Satz, nein, ein Wort.

Verloren.

War klar, du lächerliches Nichts. Was kannst du schon?

When your mind breaks the spirit of your soul

Und du bist nur eine Kopie dessen, was ihnen gerade am meisten fehlt.
Sie machen dich zu dem, was sie brauchen.
Du bist austauschbar. Spiel deine Rolle, und spiel sie gut.  
Der Geist ist egal, es zählt die Hülle.
Mach sie glücklich. Lass dich brechen.

And you look for a place to hide?
Did someone break your heart inside?
You're in ruins.


Why does my heart feeling so bad?

Ich melde mich selten, das ist mir bewusst. Ich kann nicht sagen, dass es mir leid tut oder dass es davon kommt, dass ich glücklich bin. Die negativen Gedanken begleiten mich jeden Tag. Sie sind immer präsent. Manchmal kann ich mehr, manchmal weniger mit ihnen umgehen. Und wenn es ganz schwer wird, melde ich mich hier. Dafür erhalte ich diesen Blog, als Möglichkeit meine Gefühle los zu schreiben. Heute fühle mich eigentlich ziemlich gut. Ich habe allerdings seit langer Zeit einmal wieder sämtliche Dokumentationen über Essstörungen angesehen, die es so online gibt. Warum? Ich weiß es nicht. Der Hunger war heute so ein süßes Gefühl. Mit regelmäßigen Essen versuche ich ihm entgegen zu wirken aber heute konnte ich nicht. Ich habe brav gefrühstückt, aber dann war ich so mit meinem Referat für die Uni beschäftigt, dass das Mittagessen einfach ausfiel für mich und er da war. Schleichend hat er angefangen und sich langsam mit lautem Knurren bemerkbar gemacht. Ich hab gelächelt und an die Zeit gedacht als mein Magen sich nicht einmal mehr dazu aufgerafft hat, als ihm genau wie mir selbst alles nichtig erschienen haben musste. Essen um zu überleben? Warum überhaupt? Das Leben war eintönig, grau, verdeckt unter einem Mantel von Hunger und Selbsthass. Nicht einmal Traurigkeit spielte noch eine Rolle. Dunkle, finstere Zeiten damals und heute? Heute muss ich immer wieder dafür kämpfen mich nicht wieder hinreißen zu lassen von dem Strudel der Gedanken, der mich damals einfach mitgenommen und davon getragen hat.
Hin und wieder sind schlechte Tage dabei, an denen ich mich weigere zu essen, an denen ich Bilder von besonders dünnen, oft zu dünnen Mädchen betrachte und mich in ihren Körper wünsche.
Das alles wird mich immer begleiten und jeden Tag habe ich die Chance mich dagagen zu entscheiden, mich zu wehren. Und genau das ist es, was ich tun möchte.

Hello darkness, my old friend.

Erneut wurde mir heute bewusst, dass ich diese Traurigkeit, die ich so oft verspüre brauche, fast schon liebe. Sie ist ein ständiger Begleiter geworden. Ich befinde mich in einer anhaltenden Umarmung von ihr. Und es ist gut so. Ich fühle mich seltsam aufgehoben, wenn sie mich ergreift. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie es ohne sie ist. Ich wache auf und da ist dieser Weltschmerz, diese tiefe, undurchdringbare Melancholie. Natürlich geht es mir in den meisten Momenten gut, ich bin glücklich und diese Trauer ist von den vielen guten Gefühlen überdeckt. Aber dennoch schwebt sie immer über mir, sie hält ihre drückende Hand auf mich und jeden Moment, in dem ich allein bin, mir selbst und meinen Gefühlen ausgesetzt, da nehme ich sie wahr. Vielleicht gehöre ich einfach zu den Menschen, die von Grund auf depressiv sind, die dieses Gefühl immer in sich tragen. Ich denke früher war ich nicht so. Sicher bin ich mir allerdings nicht. Manchmal glaube ich zu wissen, dass es schon viel länger so ist als es mir eigentlich bewusst ist. Ich habe viel verdrängt. Ständig. Das tue ich auch heute noch. Es fällt mir schwer über Gefühle zu sprechen. Tatsächlich weine ich oft weil ich das Leid anderer nicht ertragen kann. Seltsam, wenn man bedenkt, wie gut ich mit meinem eigenen klar komme. Darüber rede ich allerdings nur sehr selten. Meine Versagensängste im Bezug auf das Studium und das Leben lassen sich  formulieren und ich schaffe es in starken Momenten  zu beichten, wie sehr mich vieles belastet. Aber was meinen Körper angeht bin ich genauso engstirnig wie eh und je. Das wird sich nie ändern. Zur Zeit fühle ich mich wieder unwohler. Das Gefühl kommt in Wellen. An manchen Tagen ist es kaum auszuhalten und meine Nahrungsaufnahme dementsprechend gering. An anderen habe ich den Bedarf zu fressen ohne Ende. Einziger Erfolg ist, dass ich mich soweit beherrsche nicht wieder alles gleich loszuwerden. Ich bin sehr abhängig von meinen Beziehungen und Mitmenschen. Ich schaffe es nicht allein mir selbst zu helfen.
Ich hoffe, dass ich irgendwann eigenständig glücklich werden kann und nicht mehr alle Bestätigung von anderen dazu benötige.
Bis dahin ist es ein weiter Weg.


Modifikation

Ich muss was ändern.
An mir.
Unbedingt.
Haare, Gesicht, Arme, Brust, Bauch, Beine, Po.
Alles.
Hass.

All the voices are singing...

Positiver Fortschritt: Ich habe es am Donnerstag geschafft, allein (!) in der Mensa zwischen zig anderen (essenden (!)) Menschen zu Mittag zu essen. Zwar nur etwas Rosenkohl und Möhrensalat aber den konnte ich fast schon "genießen" könnte man sagen. Ja, doch darauf bin ich etwas stolz.
Es hat mich Überwindung gekostet aber dann war es angenehmer als gedacht. Ich habe bewusst versucht darauf zu achten, wohin die Menschen schauen, ob & wie sie mich beim Essen wahrnehmen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass sie hauptsächlich auf ihr eigenes Essen und eventuelle Gespräche fixiert sind. Die wenigsten essen allein, viele sitzen zu großen Gruppen an den Tischen, unterhalten sich, lachen. Aber nicht über mich. Ich sitze allein, etwas abseits und beobachte. Mit etwas Beruhigung schaffe ich es auch selbst zu essen. Ich lasse mich ganz auf das Essen ein. Der intensive Geschmack des Rosenkohls, den ich als Kind so liebte. Und der Möhrensalat, etwas von dem ich mich eine zeitlang fast ausschließlich in der Uni ernährte, leicht süß-sauer, wie immer und wie ich ihn "mag".

Die letzten Tage waren stressig, viel Hin und Her, kaum eine ruhige Minute für mich selbst. Beschäftigung tut mir meist gut, hilft davor in zu große Löcher zu fallen. Im Moment laugt sie nur aus. Viele Menschen um mich, oft zu laut, zu viel Kontakt. Ich bin sehr gern für mich. Gestern war ich viel zu früh zu meinem Seminar im Kursraum und hatte eine halbe Stunde für mich, in der ich in sinnlosen Auslageblättchen der Uni geblättert und ein stupides Handygame gespielt habe. Aber die Ruhe war wirklich angenehm. Einfach nichts und niemand.

Seit gestern habe ich Magendarm Probleme. Mir ist unwohl, zwar nicht direkt speiübel aber auch nicht normal. Vielleicht habe ich etwas nicht vertragen. Daher besteht meine Hauptnahrung heute aus Tee. Auch wenn mich der Gedanke wieder gruselt, spüre ich das, mir das gefällt. Dass ich es als Weg sehe nicht essen zu müssen ohne Nachfragen. Mir ist wohl bewusst, wie falsch das mal wieder ist aber ich werde die kleine zufriedene Stimme nicht los, die mir sagt, dass ich dadurch sicher ein bisschen Gewicht verlieren kann. Und irgendwie will sie gar nicht, dass ich gesund werde...

Nächster Punkt an dem ich arbeiten muss.


War nie wirklich weg, hab mich nur versteckt.

Lange hatte ich nicht das Bedürfnis hier zu schreiben. Die Möglichkeit war immer da, wie eine nur einen Spalt geöffnete Tür, durch die ich fliehen konnte, wenn ich nur wollte, wenn ich sie brauchte. Oft habe ich daran gedacht, doch nie bin ich dem nachgekommen. Hab mich stark gefühlt weil ich widerstanden habe, fast wie mit dem Essen, welch Ironie. Doch dann fiel die Tür zu, verschloss sich. Mein Laptop war Schrott und ich habe mich plötzlich so allein gefühlt, was lächerlich erscheinen mag, da ich so lange gar nicht auf diesen Blog zu gegriffen habe. Aber das plötzliche Wegfallen dieser Zufluchtsmöglichkeit erschreckte mich und ich plötzlich ständig den Drang über alles zu schreiben. Jetzt sitze ich hier vor meinem offenen, dank meines Vaters reparierten Laptop und schreibe euch. Natürlich ist viel passiert. Doch wo fange ich an? Wo höre ich auf? Ich möchte euch sagen, dass Essen zur Zeit nicht mein größtes Problem ist. Ich merke täglich wie ich immer mehr in eine Art Social Akwardness abrutsche. Es fällt mir schwer das Haus zu verlassen, unter Menschenmassen zu gehen, wenn ich allein bin. Jeder Ausflug in die Stadt ist ein Spießrutenlauf von Blicken, Worten, Gesten anderer Menschen, die mich verunsichern. Ständig fühle ich mich angestarrt, als ob ich etwas im Gesicht hätte oder irgendwie absonderlich bin. Schnell neige ich dazu, das auf mein Gewicht zu schieben, welches momentan im mittleren Bereich liegt, für mich zu viel. Für die Gesellschaft aber schätzungsweise gewöhnlich. Das Resultat ist, dass ich mich in großen Klamotten verstecke, ungern enge Sachen trage, aber gleichzeitig auch nicht mehr ungeschminkt das Haus verlassen mag. Ihr müsst dazu wissen, dass ich früher so gut wie nie geschminkt aus dem Haus ging. Kajal als das höchste aller Gefühle und gewiss nicht jeden Tag. Jetzt fühle ich mich mit leicht bröckeligem Nagellack schon widerlich und kann ohne Eyeliner & co nicht mehr das Haus verlassen. Fühle mich nackt und unsicher. Letzte Woche habe ich mich sogar für einen kurzen Einkauf bei Aldi (keine 5 Gehminuten entfernt) geschminkt. Ich kam mir dabei soo lächerlich vor. Aber ich weiß ohne, wäre das Gefühl von anderen angesehen zu werden nur noch schlimmer geworden. Ich fühle mich ständig beureilt und als ob jeder Mensch auf der Welt sich über mich lustig macht. Das ist grausam. Aber ich kämpfe dagegen. Mir fehlt eindeutig Gelassenheit. Früher war mir vieles einfach egal. Sollen sie doch schauen, sollen sie doch reden. Ich bin gut so, wie ich bin. Wann hat dieser krasse Wandel angefangen? Dieser Blog ist mittlerweile fast 4 verdammte Jahre alt. Und davor habe ich 2 Jahre einen anderen geführt. Also seit mehr als 6 Jahren fühle ich mich in meiner Haut unwohl. Ich bin jetzt 22. Ich möchte ein ganz normales Leben führen, mein Studium beenden, in eine eigene Wohnung ziehen in einer ganz anderen Stadt. Neue Menschen um mich und eine neue Aufgabe. Ich hoffe, dass ich mich darauf einlassen kann, dass ich keine Angst mehr habe Fremden zu begegnen. Heute ist eine Vortragsreihe in einem Verlagswesen, zu der ich gehen wollte. Meine Studienkollegin hat abgesagt und ich? Ich gehe lieber in die Uni in ein Seminar, dass mich nicht mal interessiert, weil ich Angst habe dort allein zu sein zwischen vielen Menschen. Und das alles nur, weil auf der Vorbesprechung letzte Woche ein paar Mädchen getuschelt und in meine Richtung gesehen haben und als ich zu ihnen sah machten sie Psst Psst, die schaut her! ... Super. Ich lasse mich so leicht beeinflussen. Ich bin das wirklich nicht von mir gewohnt. War ich schon immer so unsicher? Jeder hält mich für so stark, selbstbewusst, unabhängig. Woher kommt das? Habe ich es früher einfach selbst geglaubt, die Unsicherheit ausgeschaltet oder bin ich schon immer so? Ich weiß es nicht, dass alles erscheint mir so langwierig, dass ich nicht weiß wohin mit mir. Ich bin gefangen. Und ich traue mich nicht auszubrechen. Ich sehe soviel, was ich gerne hätte oder wäre - aber ich raffe mich nie auf etwas umzusetzen. Traue ich mich nicht? Habe ich Angst vor dem Scheitern? Am liebsten liege ich in meinem Bett und sehe fern. Weit weg aller Wirklichkeit.
Vielleicht bin ich einfach nur faul. Tödlich faul.
Warum bekomme ich meinen fetten Hintern nicht hoch und tue was ich will? Warum lasse ich mich einschränken? Ich hasse mich dafür. Ich blockiere mich selbst. Irgendwo will ich glauben, dass ich es ändern kann. Aber irgendwie bin ich auch einfach nicht bereit dafür.
Es ist als würde mein Körper und mein Wille einen Winterschlaf halten.


A mad world

Ich setze mir Fristen, die ich versäume. Bin mein eigener Boss.
Unabhängig, frei gelenkt. Auf der Überholspur. Unscheinbar. Unnahbar.
Ich taste mich durch die Welt, manchmal rauer Untergrund, manchmal sanft.
Fühle mich verloren im Wirrwarr der Wege. Laufe ohne zu Denken.
Renne.
Das ist Leben, ich bin drin.

Jeden Monat wieder

Vielleicht wird dieser "Ich melde mich nur einmal im Monat" - Turnus jetzt zur Gewohnheit.
Die Freundin von meinem Sofa wird bei mir einziehen Mitte August. Damit tritt eigentlich genau das ein, was ich nie wollte: Mit einem anderen Mädchen zusammen wohnen.
Ich liebe sie und das meine ich wirklich ernst. Sie ist ein toller Mensch, ich bin glücklich sie um mich zu haben aber mein Unterbewusstsein zieht konsequent Vergleiche. Es ist grausam. Sie hat seit der Trennung von ihrem Freund eine Kleidergröße verloren. Gestern ist mir bewusst geworden, dass ich angefangen habe mich und mein Essverhalten mit ihrem zu vergleichen, mich schlecht fühle vor ihr zu essen oder überhaupt etwas einzukaufen, was sie im Kühlschrank sehen könnte. Vollkommen dämlich.
Ich habe viele Eigenarten an ihrem Essverhalten bemerkt. Ja, ich beobachte das. Die fucking Krankheit macht sich überall bemerkbar. Dafür hasse ich sie am meisten. Ich teile Menschen in Kategorien ein ohne sie wirklich zu kennen.
Sie isst fast nur Fertiggerichte, weil sie nicht gern und scheinbar auch nicht gut kocht. Ich habe mich ernsthaft gefragt ob sie das tut um die genauen Kalorien im Blick zu halten. Mein Verstand geht von Nein aus, weil es irgendwie lächerlich ist. Seit ich extrem auf cleanes Essen achte könnte ich das wegen der ganzen Zustatzstoffe nicht mehr, auch wenn ich glücklich über genaue Kalorienangaben wäre. Dafür wiege ich mein Essen penibel. Tja, jeder hat so seine Vorlieben ...
Was soll ich euch erzählen? Ich mogel mich so durchs Leben. Versuche so gut es geht gesund zu essen. Mal schaffe ich es mehr zu essen, mal weniger. Die ES kommt immer wieder durch. Das Gewicht geht 4 kg rauf und 4 kg runter. Eine große Spanne. Unter die 50 rutscht es aber nur noch selten zum Glück. Mein "gesundes" Gewicht mit dem ich gerade so klarkommen sind 52 kg - as always. Nach wie vor wünsche ich mir die 48 kg, wenn ich ehrlich bin auch die 46 kg.
Der Sommer macht mir dank kurzer Kleidung immer zu schaffen aber ich besitze mittlerweile eine "Wohlfühl" kurze Hose mit der sich die Hitze irgendwie überstehen lässt.
 Letzte Woche war ich mit der Sofa-Freundin shoppen. Der Tag war wirklich schön aber Shopping ist immer ein riesiger Frustfaktor. Den Tag habe ich dafür aber sehr gut und ohne größere deprimierte Phase rum bekommen. Auf der Rückfahrt hatte ich das Gefühl meine Freundin starrt meine Oberschenkel an, die mir selbst so monströs vorkommen in dem Moment. Keine Ahnung ob sie das wirklich hat. Es hat jedenfalls dafür gesorgt, dass ich nichts mehr zu Abend gegessen habe.
Wie so oft, in letzter Zeit. Komisch, früher war es das Frühstück, dass mich gestresst hat.
Mit dem komme ich dafür so richtig gut klar, um auch mal was positives hier mitzuteilen. Mein Frühstück ist immer sehr vielseitig und enthält meist Obst. Ja, trotz des vielen Fruchtzuckers - Ein Forschritt! Wuhu.
Ingesamt sind meine Gefühle gemischt würde ich sagen. Es gibt gute und schlechte Tage. Wie immer.

Random

Ich melde mich hier viel zu selten. Man könnte das als Zeichen einer Besserung ansehen, aber schön wärs. Gar nichts ist besser manchmal. In letzter Zeit dreht sich soviel in meinem Leben um das Essen dabei hatte ich es für eine Zeit so gut verdrängt. In diesem Wort liegt auch schon das eigentliche Problem. Man kann das Thema nicht an den Rand drängen und vorspielen alles sei in Ordnung. Eine zeitlang war das wirklich okay. Ich kam gut zurecht, aber dann fingen immer mehr Menschen um mich herum mit dem Thema Essen, Diät und Sport an. Und wieder habe ich angefangen zu zweifeln. Wenn die das nötig haben, dann du erst Recht, dachte ich mir nur. Die Gedanken kreisten wieder um Nahrungsmittel, Tabellen, Gewicht, Kalorien, ... Mein Selbstbild, das sich gerade angefangen hatte zu bessern, zog sich wieder ins Absurde. Ich sehe Fett, wo kaum welches ist, bin mir all dessen bewusst aber kann mich nicht aus dem Teufelskreis befreien.
Irgendwann im Anflug eines leichten Wahnsinns kam ich auf die Idee, dass es mir vielleicht hilft mein Selbstbewusstsein aufzubessern, wenn ich mich auf dieser Modelseite anmelde. Und siehe da, es haben sich wirklich viele Hobbyfotografen für mich interessiert. Das fand ich sehr spannend und habe wie wild Termine ausgemacht und mich auch gefreut aber keinen wahrgenommen, mehrere aus Angst, den Vorstellungen nicht gerecht zu werden abgesagt. Gestern konnte ich mich dann endlich dazu aufraffen eins wirklich durchzuziehen und es hat richtig Spaß gemacht. Ehrlich, es war super. Der Fotograf war nett, seine Ideen klasse und auch die Bilder, die ich bisher sehen durfte gefallen mir eigentlich. Aber nach dem Fotoshooting hat sich einiges bei mir getan. So unbeschwert ich direkt danach war, so sehr kauen meine Gedanken jetzt wieder auf dem Thema Essen, Gewicht, Aussehen. Das ganze hat einen einfachen traurigen Grund: Eine gute Freundin von mir hat sich von ihrem Freund getrennt und möchte nicht allein sein, daher bleibt sie ein paar Tage bei mir.
Sie fühlt sich sehr unwohl mit sich selbst obwohl sie eine wirklich gute Figur hat und heute als wie am Badesee lagen, sagte sie zu mir, dass sie gern ein Bauchnabelpiercing hätte aber ihren Bauch zu "dick" dafür findet. Das war für mich etwas hart, weil ich auch gerne eins hätte und es eigentlich bald vorhatte aber mein Bauch in etwa genauso aussieht wie ihrer... Und eigentlich war mein Bauch für mich immer genau der Teil den ich mochte, den ich okay fand. Fast gut.
Das heute am See war aber eher der Höhepunkt für mich. Sie redet schon länger darüber wie "massig" sie sich vorkommt. Sie ist in etwa so groß wie ich, wiegt 2 kg weniger und ihre Beine sind von Natur aus wesentlich schlanker als meine. Ich kann mich eigentlich nur schlecht gegenüber ihr fühlen. Ich weiß, dass der Gedanke absurd ist weil Wahrnehmung besonders Selbstwahrnehmung einfach vollständig subjektiv ist aber es hat mich endgültig von dem "Ich fühle mich gut" Trip abgebracht. Eine andere Freundin von mir, deren Figur wirklich nicht so gut ist, hat damit angefangen und immer wenn ich normal aß in der Uni neben mir, mich dafür verurteilt. Natürlich sehr subtil. Sie hat mir aufgezählt warum sie das, was ich aß jetzt genau nicht essen würde. Aber irgendwie konnte ich drüber stehen. Jetzt ist mir alles zuviel. Ich bin mir zuviel. Schon wieder.
Seit dem See habe ich kaum gegessen und alles was ich bisher zu mir genommen habe bereut.

Ich dachte wirklich es geht bergauf, aber jetzt finde ich mich einfach nur wieder schwach, dass ich mich so von anderen beeinflussen lasse. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich mich nur noch über andere definiere und eigentlich gar nicht mehr weiß, was ich will oder vor allem, wer ich bin.

Life goes wrong sometimes

Mein Leben wird gerade von Unsicherheit dominiert. Die Uni ist mir an den meisten Tagen ein einziges Grauen. Ich traue mich kaum mich zu melden, auch wenn ich Antworten geben könnte auf die Fragen der Dozenten aber ich fühle mich so angreifbar und gerade in Philosophie fühlt sich immer jemand berufen die Aussagen anderer nieder zu machen. Diese Unsicherheit ud Angst liegt mir schwer auf der Brust, drückt und nimmt mir manchmal fast den Atem. Ich habe das Gefühl, bald kommt der Tag an dem ich Angst vor dem Aufstehen habe, weil ich denke ich könnte den Tag nicht mehr bewerkstelligen. Manchmal kommt es mir schon fast so vor. Vieles überfordert mich grenzenlos. Die Situation in der WG macht es nicht besser. Ich habe das Gefühl für alles die Verantwortliche zu sein und oft geben meine Mitbewohner mir das Gefühl, dass ich schuld bin, an der Unordnung und daran, dass niemand die Regeln beachtet. Es ist paradox, weil sie ja auch gleichzeitig die sind, die gegen unsere Regeln verstoßen. Ich bin mir nicht sicher wohin das führt.
Allgemein ist meine Stimmung unheimlich gedrückt zur Zeit. Ich bin ängstlich, fühle mich unter Menschen einsam und vermisse das, was mich früher ausmachte. Ich war wirklich lebensfroh, glücklich, ja verdammt, ich mochte mich! Sehr sogar. Ich war fast eingebildet manchmal, so schön kam ich mir vor. Wann ist mir das gute Gefühl gegenüber mir selbst verloren gegangen?
In der Realschule bin ich mir sicher, dass ich noch zufrieden mit mir war. Im letzten Jahr habe ich dann angefangen exzessiv zu lernen und habe meinen Abschluss dann eine ganze Note besser gemacht als das Zeugnis der 9ten Klasse. Im Gymnasium dann weiß ich, dass ich erste Schwierigkeiten hatte und mir oft unsicher war aber ich habe mir das nicht anmerken lassen. Ich war dort bereits im ersten Jahr Klassensprecherin, später auch Schülersprecherin und sehr beliebt. Hatte selten Probleme mit den anderen, und auch kein Problem mit den Lehrern. Jedem habe ich meine Meinung gesagt, von der ich heute nicht einmal mehr genau weiß was sie ist. Ich fühle mich nicht mehr als wäre ich ich selbst. Irgendwo bin ich verloren gegangen. Einfach weg. Langsam irgendwo durch den Abfluss gerutscht, das was mich ausmachte, verpufft.
Ich weiß nicht wer ich bin und auch nicht wohin ich will und gerade macht mir das alles einfach nur so unsagbare Angst.
Mein Essverhalten ist dementsprechend. Ich versuche mich "gesund" zu ernähren aber in Wahrheit traue ich mich einfach nicht die meiste Dinge zu essen. Tue ich es doch, fühle ich mich schlecht. Schwach und eklig.

Leben oder sowas

Es geht drunter & drüber. Alles beim Alten. Gefühle hier, Gefühle da. Es ist ein Fallen und wieder hocharbeiten, manchmal ein Fallen und Gefangen werden. Wenn ich es zulasse. Mein Misstrauen macht mir das Glück immer wieder zu nichte, aber wer nicht kämpft hat schon verloren, oder? Also kämpfe ich.

Die Depression nimmt oft mehr Platz ein als sie sollte. Aber es muss ja weiter gehen. Manche Tage sind von Beginn an von ihr zerfressen, andere lassen sich langsam zernagen. Selten auch mal sind gute dabei, die durch und durch gut sind. So ein Tag ist heute. Irgendwie. Vielleicht nicht ganz aber er ist sicher besser als andere. Halte mich mit positiver Musik so über Wasser.

Ich mag es nicht darüber zu sprechen. Ich wüsste auch gar nichts zu sagen ehrlicherweise.
Es ist halt so.

You dont know a thing about me

Endlose Traurigkeit. Gedanken überschwemmen meinen Kopf. Eine leichte Brise aus Stille umhüllt sanft meinen Körper. Die Haare an meinen Armen stellen sich auf. Kälte erfüllt meinen Körper. Ein Seufzen, ganz leicht. Unbemerkt schleicht sich die Melancholie ein. Sie breitet spinnenartig ihr Netz über mir aus. Webt im fahlen Sonnenlicht glänzende Fäden um mich, hält mich gefangen. Nimmt mir die Luft zum Atmen. Droht mich zu ersticken. Und nur die Stille ist da. Nur sie kann den Schmerz begreifen und wahrnehmen. Aber sie ist nur stummer Zeuge dieser Qual. Unfähig Leid zu beenden. Unfähig Änderung herbeizuführen. Sie beobachtet den Verfall. Doch helfen tut sie nicht.
Sie ist wie ich.


Bla.Bla. Deprikram. Scheiß Tag gehabt. Wie so oft zur Zeit. Wäre gern glücklich. Einfach glücklich.
Ist aber halt gerade mal nicht drin. Kopf lässt keine Freude zu. Tja, Pech gehabt.


Ein leises Hallo

Ich weiß meine Posts sind sehr selten geworden. Nicht, weil ich keine Probleme mehr habe, leider, sondern weil ich viel mit mir selber ausmache. Ich bin sehr unkommunikativ und fresse jeglichen Gedanken in mich hinein. Langsam aber sicher spüre ich wie sich ein enormer Druck anstaut und mir einfach alles über den Kopf wächst. Ich habe starke Selbstzweifel, die sich mit jedem Blick in den Spiegel nur verstärken. Ich fühle mich unsagbar unwohl in meiner eigenen Haut. Der Ekel gegenüber meinem Körper ist riesig. Die Zweifel nagen an mir, schmerzen in der Brust. Sie lassen mich nachts nicht schlafen und verursachen lebhafte unheimliche Träume von Dingen. Es tut weh. Manchmal so sehr, dass ich mich schneiden möchte. Es ist so ein Druck.

Strange days

Die Prüfungsphase setzt mir enorm zu. Ich bin in einer aggressiven Phase gefangen, die sich nicht nur gegen mich sondern auch gegen meine Mitmenschen richtet. Ständig greife ich jemanden an, verhalte mich sauer und beleidigend. Ich weiß nicht, was in mir vorgeht zur Zeit. Ich fühle mich automatisch schlecht dabei und bin wütend über mein Wütendsein. Dämlich. Ich bin so voll von Hass, es ist zum wahnsinnig werden. Hoffentlich ist das bald vorbei, sonst vergräule ich noch den letzten Rest Menschen aus meinem Leben. Mein Freundeskreis hat sich ohnehin auf sehr wenige Menschen beschränkt und auf neue Bekanntschaften lege ich auch keinen Wert. Total unkommunikativ.

Habe die Ehre, ich bin die Tochter der absoluten Leere

Direkt nach dem Aufwachen habe ich mich schwach gefühlt, kaum geschlafen bzw. die Nacht in einem leichten Halbschlaf verbracht. Den ersten Kurs heute morgen habe ich daher ausfallen lassen und bin erst um 11 in die Uni gefahren. Mein Frühstück bestand aus 3 dünnen Scheiben Roggenbrot mit Frischkäse, 1/3 Gurke und etwas Pflaumenmus. Seitdem habe ich nichts mehr gegessen. In der Uni habe ich einen Milchkaffee getrunken, in der Hoffnung, dass mein Magen dann etwas Ruhe gibt. Es ist nichts peinlicher als ein laut knurrender Magen im Seminar... Heute habe ich mich gefühlt als würde jeder mich seltsam ansehen, als hätte ich etwas im Gesicht, als wäre ich vom Mars. Es hat sich total komisch angefühlt. So unsicher wie heute war ich schon länger nicht mehr. Das macht mich traurig. Daheim angekommen bin ich sofort unter die Dusche um mich aufzuwärmen, mein ganzer Körper hat gezittert und meine Hände und Füße waren Eis, obwohl ich auf der Heimfahrt fast 45 min in einem warmen Bus saß... Sehr sonderbar. Jetzt fühle ich mich besser aber werde mich sofort weiter daran machen zusammen zu fassen. Der Druck den Klausuren und Prüfungen auf mich ausüben, den verspüre ich schon jetzt enorm.
Vor dem Duschen habe ich mich gewogen. Leider habe ich in der WG keine digitale Waage. Also kann ich keine genauen Angaben machen. Der Zeiger war jedoch deutlich unter der 51, was bedeutet, dass es weniger als 1kg ist bis ich die 4 wieder vorne sehen. Verrückt.

Ich bin nur der Trostpreis, Baby.

Heute ist mir mal wieder am alltäglichen Leben bewusst geworden, wie die ES mein Leben bestimmt. Ich bin ungelogen 3x zwischen Mensa und Cafeteria hin und her gelaufen und habe überlegt, was ich kaufen soll. Eigentlich war nicht geplant in der Uni zu essen, weil ich bereits ein wenig gefrühstückt hatte und ich im Moment auf dem Trip bin alles so gering wie möglich zu halten. Aber die Plätze an denen ich mich sonst in der Pause zum Lesen hinsetze waren komplett besetzt und mir blieb neben stehen nur ein Tisch in der Mensa oder der Cafeteria übrig. Da die sehr überfüllt sind um die Mittagszeit kann man dort nur sitzen, wenn man etwas zu essen kauft. So sah ich mich gezwungen irgendetwas zu kaufen. Die Situation hat mich enorm unter Stress gesetzt. Nach ewiger Überlegung habe ich dann in der Cafeteria ein Brötchen mit Ei darauf gekauft aber nur den oberen Teil gegessen, weil der untere mit Butter bestrichen war. Ich bin fast den ganzen Tag auf den Beinen gewesen und habe gerade im Moment ein wirklich großes Hungergefühl. Man hört meinen Magen knurren.


Bilanz des heutigen Tages (bis 18:30 Uhr)

1 Banane
1 Scheibe Vollkorntoast
20g Kokosmüsli mit 1,5% Milch

1/2 Kaiserbrötchen mit einem Ei und einem Salatblatt

Gedankenverschwendung

Essen wird jeden Tag zu einem noch härteren Kampf. Aber ich denke, ich spiele diese Rolle immerhin ziemlich gut.In meinem Kopf ist das Thema Essen jedoch omnipräsent und lässt mir kaum eine ruhige Minute. Ich habe unfassbaren Drang Sport zu treiben aber meine Erkältung lässt das einfach noch nicht zu...
Auch wenn ich des öfteren überlegt habe mich einfach zu übergeben, habe ich es nicht getan, worauf ich durchaus stolz bin. Immerhin etwas. Die letzten Monate habe ich immer geschwankt zwischen dem Wunsch das alles hinter mit zu lassen und dem Versinken in der Sucht. Momentan weiß ich jedoch, dass ich nicht gesund werde. Ich kann das einfah  nicht aufgeben. Und irgendwie will ich es auch gar nicht. Ich will dünn sein. Der gesundheitliche Aspekt erschreckt mich nicht mehr... Das ist ein gefährliches Pflaster, auf das ich mich da begebe. Aber wer weiß schon, was das Leben mit sich bringt? 

Krank und Mittelos ins neue Jahr, yeah!

Die übelste Erkältung seit Weltbeginn hat mich heimgesucht. Nein, eigentlich geht es mittlerweile sogar wieder. Ich will nicht wehleidig sein. Erkältung hat einen durchaus sehr positiven Nebeneffekt. Ich habe absolut keinen Appetit, auf gar nichts. So kommt es auch, dass ich heute erst ein Laugenbrötchen gegessen habe und das auch nur, weil mir beim Einkaufen von Erkältungsmittelchen schwarz vor Augen wurde. Den restlichen Tag habe ich im Bett verbracht bzw. in der Badewanne. Sehr entspannt und das habe ich auch gebraucht. Fühle mich wesentlich besser als heute morgen.
Das neue Jahr fing also für mich krank an. Zu dem kam das Bafög einfach erst heute, was bedeutete, dass ich seit dem 30.12 über keinerlei Geld verfügte. Zum Glück hatte ich 200 Euro angespart und meine Miete konnte abgebucht werden. Kein Geld, kein Essen. Gute Sache.
Dennoch muss ich sagen, dass es mir sehr schwer fällt. Ich habe ständig diese "das erste Mal in diesem Jahr..." Gedanken. Es hat mich einiges an Überwindung gekostet das erste Stück Schokolade zu essen, bzw. überhaupt zu essen.
Gestern konnte ich mich seit langem mal wieder auf einer zuverlässigen Waage wiegen. Das Gewicht ist geringer als gedacht, doch immer noch nicht gering genug.
Manchmal möchte ich mich für solche Sätze selber schlagen...

Bisschen allein sterben

Mein Geburtstag ist fast einen Monat her.
Ich erwarte immer schlechte Nachrichten um die Zeit von meinem Geburtstag.
Diesmal war ich wirklich glücklich, dass es einfach eine schöne Feier war. Keine Probleme.
Alles gut.
Dachte ich.
Falsch gedacht, das Schicksal hat mich mal wieder voll erwischt. Spaßig.
Jetzt sitz ich hier und mein Leben kommt mir vor wie ein beschissener Scherbenhaufen.
Es muss wirklich an mir liegen, dass es immer so kommt.
Ich bin es verdammt nochmal einfach nicht wert glücklich zu sein.

Vielleicht dröhn ich mich gleich erstmal zu. Hat ja eh alles keinen Sinn hier. 

Dont be scared





Ganz selten überkommt mich diese positive Melancholie, die Massen an Kreativität zu Tage legt, die mich schreiben lässt. Like the poet needs the pain. So erging es mir bereits gestern Abend und heute irgendwie wieder. Ich habe keine wirkliche Idee, woher das eigentlich kommen mag aber ich bin glücklich darüber. Ich betrinke mich geradezu an diesem Weltschmerz und die Worte fließen nur so aus mir heraus, es ist fast etwas als würde ich mir nur beim Schreiben zu sehen. Ich höre Musik, singe leise mit. Fühle mich gut im Schlechtfühlen. Da ist diese unbändige Trauer in mir aber irgendwie ist es ganz gut, dass sie da ist. Sie fühlt sich warm an, vertraut. Fast wie ein Freund.