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All the voices are singing...

Positiver Fortschritt: Ich habe es am Donnerstag geschafft, allein (!) in der Mensa zwischen zig anderen (essenden (!)) Menschen zu Mittag zu essen. Zwar nur etwas Rosenkohl und Möhrensalat aber den konnte ich fast schon "genießen" könnte man sagen. Ja, doch darauf bin ich etwas stolz.
Es hat mich Überwindung gekostet aber dann war es angenehmer als gedacht. Ich habe bewusst versucht darauf zu achten, wohin die Menschen schauen, ob & wie sie mich beim Essen wahrnehmen und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass sie hauptsächlich auf ihr eigenes Essen und eventuelle Gespräche fixiert sind. Die wenigsten essen allein, viele sitzen zu großen Gruppen an den Tischen, unterhalten sich, lachen. Aber nicht über mich. Ich sitze allein, etwas abseits und beobachte. Mit etwas Beruhigung schaffe ich es auch selbst zu essen. Ich lasse mich ganz auf das Essen ein. Der intensive Geschmack des Rosenkohls, den ich als Kind so liebte. Und der Möhrensalat, etwas von dem ich mich eine zeitlang fast ausschließlich in der Uni ernährte, leicht süß-sauer, wie immer und wie ich ihn "mag".

Die letzten Tage waren stressig, viel Hin und Her, kaum eine ruhige Minute für mich selbst. Beschäftigung tut mir meist gut, hilft davor in zu große Löcher zu fallen. Im Moment laugt sie nur aus. Viele Menschen um mich, oft zu laut, zu viel Kontakt. Ich bin sehr gern für mich. Gestern war ich viel zu früh zu meinem Seminar im Kursraum und hatte eine halbe Stunde für mich, in der ich in sinnlosen Auslageblättchen der Uni geblättert und ein stupides Handygame gespielt habe. Aber die Ruhe war wirklich angenehm. Einfach nichts und niemand.

Seit gestern habe ich Magendarm Probleme. Mir ist unwohl, zwar nicht direkt speiübel aber auch nicht normal. Vielleicht habe ich etwas nicht vertragen. Daher besteht meine Hauptnahrung heute aus Tee. Auch wenn mich der Gedanke wieder gruselt, spüre ich das, mir das gefällt. Dass ich es als Weg sehe nicht essen zu müssen ohne Nachfragen. Mir ist wohl bewusst, wie falsch das mal wieder ist aber ich werde die kleine zufriedene Stimme nicht los, die mir sagt, dass ich dadurch sicher ein bisschen Gewicht verlieren kann. Und irgendwie will sie gar nicht, dass ich gesund werde...

Nächster Punkt an dem ich arbeiten muss.


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